Buntsterben

Tote Blätter riechen süß, obwohl aus ihnen die Bitterkeit für den Winter geboren wird. Der Tod riecht mild und ist bunt wie ein Blatt, das sich ohne Kraftaufwand von seinem Baum löst. Manchmal wären wir doch alle gern ein Blatt, das mit dem Wind tanzt. Löchrig und sterbend, aber bunt und süß dabei. Manchmal sind wir gerne süß. Wir wollen von kalten, starken Händen gefangen und bestaunt werden. Gegen die Sonne gehalten, und zwischen Buchseiten gepresst werden. Wo wäre ich lieber begraben als in einer Welt, in der ich wirklich gelebt hab. Heute bin ich süß und kaputt. Gelöchert von Traumaregen und Vergangenheitssturm. Von Krisenwitterung und milder Angst zerfressen. Konserviere mich zwischen Büchern, die mal unsere Mauern waren.

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