Oh mama mia, mama mia, mama mia, let me go.

Ich lese Textpassagen in Büchern, die mir irgendwann mal was bedeutet haben. Höre Lieder, die mir heute fremd sind, obwohl sich meine Lippen automatisch dazu bewegen. Liebe auf dieselbe Selbstverständlichkeit. Baue Kastanienmännchen. Löffele die Reste aus dem ausgekratzten Nutellaglas mit einem viel zu kleinen Löffel. Und lecke meine Fingerspitzen ab wie Wunden. Ich tunke meine Finger in Kerzenwachs und singe lautlos Bohemian Rhapsody. Ich lasse die Nacht in mir sieden. Ich lutsche alte, hart gewordene Bonbons. Binde anderen keinen Bären auf, sondern Warteschleifen. Fühle mich nach Macbeth. Du bist Charles Hardin Holley und ich the Crickets. Ich lasse den Hass in mir verhärten, damit er mir irgendwann wie ein Stein vom Herzen fallen kann. Wenn er will. Ich puste über einen farblosen Lavendelkranz im Bücherregal. Ein Besinnungs-Neophyt. Ich lasse die Welt an mir vorbeiziehen wie Salzkraut, dass durch die Steppen rollt. Ich lasse den Morgen wallen. Solange er mich nicht überrollt.

Kommentar verfassen