Todesstrafe – ja oder nein?

Ich würde gerne mal eure Meinung in einem Kommentar dazu wissen!

(Ich hatte erst überlegt die Kommentare nicht freizuschalten, weil die Diskussionen zu solchen Themen sich immer so hochschaukeln, aber ich bitte euch jetzt einfach nur darum, dass ihr ein bisschen auf Ton und Wortwahl achtet wenn es zur Diskussion kommt. 🙂 )

51 comments

  1. Die meisten sagen nein wenn man sie fragt aber wenn es dann irgendeinen Fall gibt, wo jemand auf dem Elektrischen Stuhl gelitten hat, weil Fehler unterlaufen sind, oder jemand im Affekt einen Vergewaltiger umgebracht hat dann sind sie plötzlich anderer Meinung.

    1. Sehe ich genau so. Todesstrafe finden alle immer schrecklich wenn sie hörenwie die Leute geköpft werden aber Giftspritze oder Elektrischer Stuhl wo alles ganz schnell geht und alles unter Regeln und Aufsicht abläuft ist dann wieder ok. Es gibt Wege jemanden umzubringen und dann leidet er vielleicht weniger als auf anderen Wegen aber es ist das gleiche.

    2. Man macht es sich zu einfach mit der Todesstrafe. Ich kann verstehen, dass die Opfer sich den Tod für denjenigen wünschen, aber man kann Rache und Hass nicht als Rechtfertigung für einen Mord nehmen. Ganz klar nein

  2. In manchen Ländern wirst du für Sachen hingerichtet, die hier so normal wie atmen sind. Man sollte sich glücklich schätzen in einem Land ohne Todesstrafe zu leben.

  3. Nein.
    Es kann, wenn es auch nicht richtig ist, den emotionalen Moment geben, wo die Antwort anders sein könnte. Obwohl sie das nicht dürfte.

    Mensch ist oft ne ekelige Spezies. Wie kann sie sich anmaßen über Leben und Tod eines anderen entscheiden zu dürfen.. Aber die meisten von uns sind wohl Schaf und Wolf. Mit dem richtigen Trigger….

    1. hallo westendstorie,
      ich stimme Dir zu, dass es Momente gibt, wo man_frau emotional so aufgeladen ist, dass einem andren Menschen der Tod gewünscht wird.
      mir ist es erst kürzlich so gegangen, für drei, vier Minuten.
      Leider habe ich das zu jemanden gesagt, den das schwer getroffen hat.
      Ich habe wohl noch nicht alle Pferde richtig unter Kontrolle

  4. Kein Mensch auf der Welt hat das Recht einen anderen Menschen zu töten. Strafe an sich ist schon ein Armutszeugnis des Menschen und haben Rachegedanken als Ursache.

    1. Ich denke auch, dass es mit Rachegedanken zusammenhängt. Ich finde es nicht falsch einen Menschen zu strafen, in dem man ihn wegsperrt weil er eine Gefahr darstellt, aber alles was darüber hinausgeht nicht.

  5. Ich bin auch dagegen. Obwohl ich persönlich manchmal einigen Menschen den Tod wünsche. Aber mir ist bewusst, dass das dieser Wunsch ganz furchtbar ist und ausschließlich auf Emotionen basiert.

    Und wer bin ich schon, dass ich mir anmaße, über das Leben anderer Menschen zu richten?

    Also: ich bin gegen die Todesstrafe.

    1. Ich lese mir öfter mal unter bestimmten Nachrichten auf Facebook und Co. z.B. die Kommentare durch und es hatte mich erschrocken, wie viele Leute da sowas ablassen wie: „alle abschlachten, niemand braucht die hier“ und so weiter. Es hat mich interessiert, wie viele von meinen Lesern der gleichen Meinung sind.

      Ich bin absolut gegen die Todesstrafe. Einmal natürlich aus moralischer Sicht, weil ich nicht denke, dass wir das Recht dazu haben ein Leben zu beenden (außer unser eigenes, aber das ist ja nochmal ein ganz anderes Thema) und der zweite Grund ist, dass ich nicht denke, dass der Tod eine Bestrafung ist. Man kann meiner Meinung nach niemanden bestrafen, der nicht mehr fühlen kann. Ich denke, dass der Tod eine Erlösung für denjenigen wäre. Natürlich nicht die Todesangst und der Akt an sich auch nicht, aber danach ist nichts mehr. Strafe ist für mich, wenn er fühlen muss. Es gibt ja echt Gefängnisse, da wünschst du dir Tod zu sein und demjenigen dann genau das zu verwehren und ihn mit diesen Gefühlen zu lassen – Gefühle und Empfindungen können als lebendiger Körper auch nochmal ein Gefängnis sein – ist für mich die größte Strafe die es gibt.
      Fühlen lassen. Von Angst, bis… Wut, Hass, Trauer, Selbstmitleid, Selbsthass und wenn man Glück hat irgendwann sogar Reue. Ich glaube nicht an einen Himmel oder eine Hölle… ich glaube schon an etwas bestimmtes nach dem Tod, aber so genau kann das ja niemand sagen. Vielleicht ist da einfach nichts mehr. Klar ist aber, dass der Körper der lebt und fühlt wie ein Mensch dann weg ist und deswegen sehe ich den Tod in der Hinsicht als Erlösung und keine Strafe.

      Und zu guter letzt… „wie du mir so ich dir“ ändert überhaupt nichts an der Situation. Racheakte generell sind so eine Sache, die meiner Meinung nach nur temporär befriedigen. Wenn man jemandem das gleiche antun will, was er einem anderen Menschen angetan hat, dann kann man das machen; wer hat sich sowas nicht schon mal gewünscht? Jeder. Aber ich denke, dass es nur kurzfristig hilft. Die verletzte Seele heilt es nicht und die Situation macht es auch kein Stück besser.
      Im Gegenteil, ich glaube man verliert sich dadurch. Man lässt zu, dass man durch bestimmte Ereignisse Dinge tut, die man eigentlich nie machen würde. Man lässt zu, dass ein anderer Mensch dich so verändert und kaputt macht, dass du selbst anderen Leid zufügen willst. Das haben schlechte Ereignisse aber leider so an sich, sie verändern Menschen. Deswegen glaube ich, das es viel viel viel Stärke, Charakter und auch Disziplin benötigt, um in so einer Situation nicht Auge um Auge, Zahn um Zahn zu handeln, sondern sich selbst auch treu zu bleiben. Ich glaube nicht, dass das jeder kann. Wie gesagt, ich denke sogar, dass man nicht verlangen kann, dass jeder das kann. Es ist nicht für jeden einfach das zu verstehen, oder sich nicht verändern zu lassen. Zu viele, die gegen die Todesstrafe und so weiter sind, vergessen den Aspekt; ein Mensch, der Schmerz empfindet, fühlt und denkt anders über Täter, als Außenstehende. Natürlich, jeder hat mal den Moment gehabt in dem er denkt: boa ich würde den am liebsten umbringen! Und man hat es für den Moment vielleicht auch so gemeint. Aber ich glaube, dass es Ausnahmesituationen gibt, in denen rationales Denken nicht mehr möglich ist. Das beste Beispiel was mir dazu einfällt ist: Ein Vater geht um die Ecke und sieht, wie ein Typ seine 4-jährige(?) Tochter vergewaltigt. Er bringt ihn daraufhin in seiner Wut um. (Vielleicht hat er ihn verprügelt und „aus versehen“ dabei umgebracht.)
      Natürlich war das nicht richtig. Natürlich wurde er zum Mörder. Er ist ein Mörder, ganz klar. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind… welcher liebender Vater hätte nicht ähnliches getan….? Das nur zum Thema Ausnahmesituationen.

      Das denke ich darüber. 🙂

      1. Wir haben vor einiger Zeit im Philosophie-Unterricht über dieses Thema diskutiert und da ging es mir auch so, dass ich schockiert war, wie viele sich dafür ausgesprochen haben, Todesstrafe sei in bestimmten Fällen angemessen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Immer wieder kam das Argument, man sollte Gleiches mit Gleichem vergelten und ein Vergewaltiger oder Mörder hätte sein Recht auf Leben verwirkt.
        Klar, unter manchen Umständen ist selbst ein Mord, wenn er aus extremen Emotionen heraus erfolgt, nachvollziehbar, und wenn sich Opfer von Verbrechen den Tod des Täters wünschen, kann ich auch das noch verstehen, aber was mir unbegreiflich ist, ist wie man als außenstehende, unbeteiligte Person für die Todesstrafe sein kann. Es geht immerhin um Menschenleben.

  6. Wozu töten?Macht das irgendetwas besser?Tote bringen keine Toten zurück.Wer glaubt das er sich besser fühlt das gleiches mit gleichen vergolten wurde,sollte daran denken das er dann auch getötet hat.Das Wasser selbst vorher so verdammt hat.Egal ob er es selbst ausgeführt hat oder es nur befürwortet hat.Wir sollten alle zusammen bestrebt sein diese Welt friedlich zu gestalten.Die Chancen jedem ein Leben zu bieten das gar keine Gewalt aufkommen lässt.

  7. Ich bin dagegen und sehe es wie die „dieMondin“ …den Rache oder Strafe oder Tod des Täters geben das Leben nicht zurück…lieber einsperren ….für immer ….also lebenslänglich auch als lebenslänglich halten und nicht billige 15 Jahre geben….Zur Zeit haben wir leider nur Schwachsinn Strafen in allen Gebieten….

  8. Klares Nein auch von mir, jedoch unterstütze ich hier arenevplier bei dem lebenslangen Arrest. Menschen die Straftaten begehen müssen bestraft werden. Und teilweise auch härter als sie tatsächlich bestraft werden. Zb finde ich Kindermisshandlung, Kinderpornografie und ganz besonders Kindesvergewaltigung einfach grausam. Diese Menschen gehören auch für mich nicht unters Volk. Ich weiß, Menschen können Dinge bereuen und etwas nie wieder, aber wo ist hier die Garantie?

  9. Im Grunde sehe ich es wie die meisten hier. Eigentlich bin ich gegen die Todesstrafe. Eigentlich. Manchmal kommt kurz der Wunsch hoch, es gäbe sie doch. Kurz nur…..

    Ich habe anfang des Jahres (März?) Einen interessanten Artikel im Stern – glaube ich – gelesen. (Wartezimmer…. daher leider nicht ganz gelesen…)
    Ein Reporter hat einen jungen arabischen „Henker“ gertoffen und ihn intervieven dürfen. …. Das war richtig krass und zeigt, wie manipulierbar Menschen sind. Es ging darum, dass JEDER zum Mörder werden kann…… der Bericht ging mir richtig an die Nerven. Von daher würde ich das Thema Todesstrafe.. .. hmmm, wie soll ich das nun ausdrücken….. es gibt definitiv das „westliche Denken“ … wenn ich aber in die arabische Welt eintauche, stelle ich fest: da gelten ganz andere Denkweisen. Für mich wäre jener junge Henker einer, der als Strafe für sein Tun den Tod verdient hätte…. da vermischen sich jetzt aber „euröpäisches und arabisches Denken“….

    Ein äußerst schwieriges Thema.

    1. Jetzt wird es interessanter. Deswegen gehe ich mal auf den Kommentar ein. 🙂
      Du sagst, dass er in dem Falle den Tod „verdient“ hätte. Ich glaube, dass genau das der Punkt ist, es kommt vielleicht auf die eigene Definition an, die man von Tod und Strafe hat. Viele hier sind der Meinung, dass ein Tod keine Strafe sein kann und man auch überwiegend deswegen dagegen ist, nicht nur aus moralischer Sicht. Ich sehe es übrigens genauso. Ich denke, dass der Tod keine Strafe ist. Die Strafe ist die Todesangst vor dem Tag der Vollstreckung. Ich denke mir, ein Mensch kann nur bestraft werden, wenn er noch am Leben ist, weil er nur dann Gefühle und Empfinden hat. Jemanden sein Leben lang einzusperren, ihn komplett allein mit seinen Empfindungen zu lassen, die in manchen Gefängnissen bis hin zum Todeswunsch gehen, und ihm eben diesen Todeswunsch genau dann zu verwehren, das ist für mich eine richtige Strafe. Wenn es einem so schlecht geht, dass man sterben will, aber ihn weiter Leben und fühlen lässt. Bis an sein Lebensende. Das ist für mich Strafe.

      Aber wenn man natürlich die Auffassung hat, dass nach dem Tod irgendwas schlimmes auf den Menschen wartet, dann wünscht man ihm als Strafe eher den Tod. Aber ich habe oft die Erfahrung gemacht, wenn ich mit Leuten darüber geredet habe, dass diese sich darüber keine Gedanken gemacht haben, sondern dass sie diesen Menschen einfach nur weg haben wollten. Weg aus der Welt, weg aus der Gesellschaft, weg aus dem Leben. Für viele ist der Tod etwas ganz Beängstigendes und was ganz Schlimmes, das schlimmste, was man sich vorstellen kann. Das schlimmste wünscht man sich für die schlimmsten Menschen… daher ist es alles Ansichtssache und eine Frage der Definition.

      Aber es geht ja schnell und was danach ist weiß keiner genau. Ich zitiere hier gerne was aus einem Film: „…bedaure nicht die Toten. Bedaure die Lebenden, und besonders all diejenigen, die ohne Liebe leben.“ Wenn jemand stirbt, dann ist es tragisch, aber wirklich leiden tun dann immer nur die Hinterbliebenen. Der Tote kriegt von allem nichts mehr mit, ich wünsche niemandem eine Erlösung den ich aus tiefstem Herzen hasse.

      Was du zu dem Thema sagst, dass jeder ein Mörder werden kann, finde ich übrigens auch ein sehr interessantes Thema. Ich glaube auch, dass wir alle in bestimmten Situationen zum Mörder werden könnten, weil wir.. Menschen sind. In einem ähnlichen Bericht hatte ich aber auch mal gelesen, dass in uns Menschen aber auch ein ‚Helfersyndrom‘ steckt. Das heißt, wenn wir sehen, dass ein Mensch in tödlicher Gefahr ist, dann wollen wir ihm helfen. Das steckt in uns, weil wir unsere Art erhalten wollen. (Könnte sein, dass ich Quatsch erzähle, ich hab den Bericht nur grob in Erinnerung) Aber wenn man das gegenüber stellt, dann ist das schon heftig. Dass beide Seiten in einem sein können, einfach nur aus der Tatsache heraus, dass man ein Mensch ist, der zu beidem fähig ist.

      1. Deine Antwort ist gut. Richtig klasse. Ja, vielleicht denke ich, dass jener Menscg das Leben einfach nicht verdient hat, da er überzeugt ist, dass öffentlichr Hinrichtungen Recht sind…. Er machte sich vor seinem „ersten Mal“ mehr Gedanken und fürchtete sich, die Enthauptung nicht richtig durch zu führen, die entsprechende Stelle am Hals nicht zu treffen. An den Menschen, den er enthauptete dachte er nicht. So habe ich den Bericht in Erinnerung. DAS hat mich so erschreckt….. Und eben die Sache, dass er vorher “ normal“ war … ich glaube sogar in Europa lebte, dann “ auserwählt“ wurde und manipuliert wurde…. diese menschlichen Abgründe, jemanden so manipulieren zu können, finde ich beängstigend. …..
        Aber ich gebe dir Recht. Die eigentliche Strafe ist das Warten auf die Vollstreckung….
        Das nächste nicht so ganz ernst nehmen: dann müsste man die Todesstrafe einführen – nur um jemanden wirklich abzustrafen in dem er auf die Vollstreckung warten muss…..
        Ich denke in den Religionen kann der Tod schon eine Strafe sein, wenn man im Tod in der ewigen Hölle schmoren muss und nicht ins Paradies kommt…..
        Hmmmm…. das Thema ist gar nicht so klar zu beantworten. Aus meiner Sicht.

      2. Schön fühlen lassen was er einem Anderen physisch und vor allem psychisch angetan‘ hat …. lässt ihn eher im Inneren krepieren…denn man überlege, was für Schmerzen jemand hat, dem weh getan wurde und wie schlimm es ist, dass er es manchmal sogar im Schweigen alles vergräbt….

      3. Ich denke das beste Argumente gegen die Todesstrafe ist tatsächlich, dass der Tod nur eine Strafe ist wenn man Angst davor hat. Mit der Schuld leben zu müssen, ist allerdings auch nur eine Strafe wenn man die moralische Verfehlung wahrnimmt. Für eine Gesellschaft und die Betroffenen bringt der Tod des Schuldigen nicht wirkliche etwas.
        Gleiches gilt natürlich auch für das Absitzen einer Strafe in einer Zelle. Deswegen ist die Frage zu diskutieren wie Straftäter ihr Vergehen am ehesten kompensieren können, auch wenn das in manchen Fällen sicher nicht zur Gänze möglich ist.

  10. Ja, ich kann verstehen, wenn Menschen anderen den Tod wünschen und ja, 96 Hours gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Im „normalen“ Leben jedoch eindeutig Nein zur Todesstrafe. Aber: Ich würde mir wünschen, dass Lebenslang auch „das Leben lang“ bedeutet. Es gibt Verbrechen, die m. E. dem Täter automatisch das Recht absprechen, sich jemals wieder in Freiheit aufhalten zu dürfen und vor dem die Öffentlichkeit dauerhaft – und nicht nur 15 Jahre – geschützt werden muss.

  11. Der Tod ist ein Faktum. Früher oder später. Früher sah ich viele Western. Der Gerechte erschoß die Bösen. Normal im Film. Später lernte ich Leute kennen, denen ich das Westernschicksal wünschte.

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