106 comments

  1. Ich bereue, dass ich zu viel Zeit meines Lebens an einer Krankheit verloren habe, die im Kopf stattfindet und dass ich zu Feige war mich ihr zu stellen und dafür ganz viel kostbare Lebenszeit geopfert habe, nur weil ich zu feige war.

  2. Ich bereue es, dass ich nie was ordentlich durchgezogen habe…. dass ich nie ordentlich gekämpft habe… dass ich immer wollte, aber nie konnte…. dass ich immer nur gewünscht hab und nie gemacht hab….

    1. das musst du nicht bereuen.
      es ist schlimm genug, dass du ängste hast .
      da kannst du nichts dafür – das hast du dir nicht ausgesucht.

      wenn du dich auch noch schimpfst dafür,
      machst du dich für etwas verantwortlich, für das du nicht verantwortlich bist.

      besser als dich zu schimpfen,
      wäre es, dir hilfe zu suchen, die dich da rausholt 🙂

      so habe ichs jedenfalls gemacht — nachdem ich mich lange genug geschimpft hatte

    2. Hey Mia,
      Ängste sind nie selbstverschuldet. Es gilt sie nicht zu bereuen. Sie gehören zu dir wie alles andere von dir und das ist manchmal auch nicht so verkehrt. Angst macht uns vorsichtig, Angst zeigt, dass es sehr viel Wertvolles in dir gibt, was es zu schützen gibt. Ängste sind schlimm, erst recht wenn sie krankhaft sind, aber sie sind nicht nur schlecht und zu bereuen gibt es dabei absolut nichts.

      1. Hallo Mia,

        ich habe auch sehr lange Therapie gemacht.
        Die Ängste sind allmählich weniger geworden.
        Manche kommen manchmal zurück in ganz starken Extremsituationen.
        Vllt. kannst Du auch mal schauen, ob eine andere Therapie Dir auch gut tun könnte ?
        Ich kenne das von meiner ersten Therapie, dass ich einfach nach zwei , drei Jahren bei dieser Frau nicht mehr weiterkam.
        Das kann vorkommen und es ist dann durchaus erlaubt und sogar notwendig, zu gehen.

        Andererseits brauchen manche Ängste auch sehr lange , bis sie gehen können.

        Was sagt denn Deine Therapeutin dazu?

        Liebe Grüße

  3. Ich bereue jede Gelegenheit, bei der ich einen Menschen mit unüberlegten, flapsigen Worten verletzt habe. Man sieht es sofort in den Augen. Meist scheinbar bedeutungslose Kleinigkeiten, die jedoch beim Gegenüber vielleicht zu dauerhaftem Kummer führen. Mit den Jahren habe ich gelernt, sofort zu reagieren und es anzusprechen. Als ich sehr jung war, erschien mir das zu peinlich. Manche dieser Hirnrissigkeiten habe ich heute manchmal noch vor Augen.

    1. Ich denke, die wenigsten bereuen etwas, weil sie anderen geschadet haben. Die meisten bereuen Dinge, die mit sich selbst zu tun haben. Deswegen finde ich das schön.:)

      1. Die Taten, mit denen ich mir selbst geschadet habe, hab ich wieder in Ordnung gebracht oder verarbeitet. Deshalb belasten sie mich nicht weiter. Wenn ich andere verletzt habe, ist das oft nicht geschehen und heute nicht mehr möglich. Deshalb sind diese Bilder und Szenen nicht nach meinen Maßstäben geregelt und tauchen immer wieder auf.

  4. Oh ja es gibt so einiges was ich bereue. Durch verändertes Verhalten versuche ich dann es weider gerade zu biegen. Ob dies ein besseres Verhalten ist, kann ich nicht beurteilen. Da ich Christin bin, endete so etwas auch schon einmal in einer Beichte die zu einer Heulorgie wurde. Bei uns evangelischen Christen heisst das Seelsorge-Gespräch und findet unter 4 Augen im Büro des Pastors statt. Es war gut das ich da war, hinterher ist alles gut geworden. Ja, ich musste auch viel beten und ja, ich hab dabei weiter geheult. Und ja, auch evangelische knien sich beim Beten auf den Fussboden, wenn wir meinen das dies jetzt richtig ist. Wenn du dann denkst das die fertig bist, hast du dich aber geteuscht. Der Pastor fragt ob das alles war und dann kannst du dich an die nächste Missetat erinnern. Dann geht es von vorn los. Am Ende gibt es eine Absolution, der Pastor legt dann auch die Hand auf deinen Kopf und segnet dich. Was du mit dem Pastor besprochen hast fällt unter das Beichtgeheimnis. Niemand wird erfahren worum es ging und warum du im Büro des Pastors warst. Danach ging es mir richtig gut, der Pastor war super.

  5. Die Beziehung mit meinem Ex-Freund. 2000-2012. Weil ich da was mitgemacht hab, zu dem ich kein Gefühl so hatte. Der war wie ein Leerer für mich glaub ich, jemand der Menschen leert (nicht lehrt). Nichts reingeben = leeren.

  6. Im Moment bereue ich ganz banal, dass ich meine aktuelle Depression mit Gummibärchen triggere. Im Moment erscheinen sie mir tröstlich – aber hinterher fühle ich mich noch schlechter, als vorher. Weil ich deutlich sehe, wie schwach ich bin. Wenn ich nicht depressiv bin, esse ich kaum Süßes.

  7. …ich bereue, den Vater meiner Töchter zum Vater meiner Töchter gemacht zu haben. Obwohl mir klar ist, dass alles seinen Sinn hat und wir aus allem lernen und es besser ist, nichts zu bereuen usw….Es nutzt nichts, tief im Bauch bereue ich es, nicht im Kopf…

  8. Bereuen … meine wahrscheinlich allzu-panische und darum zu rigorose Art im Umgang mit Zwischenmenschlichem, wenn mir jemand zu unbedacht über die Grenzen getrampelt ist.
    Weil ich aber der Ansicht bin, dass ich meines Wissens nie anders gehandelt habe, als ich gekonnt hätte, stehe ich zu meinem jeweiligen Unvermögen.
    Es ist ja auch unrealistisch, sich immer nur selbst Vorwürfe zu machen, wo etwas anders hätte verlaufen sollen. Nicht kompatibel zu sein ist keine Schuldfrage.

  9. Mein Vater und ich haben seit einiger Zeit ein schwieriges, eigentlich zurzeit gar kein Verhältnis. Mein Großvater ist kürzlich verstorben, und mein Vater hat mich aus heiterem Himmel gefragt, ob ich nicht mit ihm zu meiner Großmutter nach Frankreich fahren möchte. ich habe einen ellenlangen Brief geschrieben, in dem ich alles rausgelassen und erklärt habe, wieso ich nicht mitkommen KANN. Jedenfalls habe ich den Brief nicht abgeschickt, ich weiß nicht, wieso. Ja, das bereue ich.

    Liebe Grüße 🙂

    1. Auf Anhieb fällt mir nicht so viel ein was ich bereue. Aber wenn man vor einigen Entscheidungen steht, gerade dabei ist welche zu machen, oder gerade welche hinter sich gebracht hat, dann geht damit immer die Frage einher, ob man es langfristig vielleicht bereuen würde. Ich stelle mir die Frage, was ich bereuen könnte. Ob ich das irgendwie verhindern könnte, oder ob sich das Grübeln erübrigt, weil man mit einer bestimmten Einstellung vielleicht gar nichts bereuen muss. Wer weiß. 🙂

  10. Hallo liber Nika,
    Ich liebe wie du schreibst. Du hast dich wahnsinnig in deiner Art zu Schreiber weiter entwickelt, das gefällt mir sehr gut. Als ich anfing deine Texte zu lesen fand ich sie schon grandios, aber ich hätte nicht gedacht, dass du dich derart weiter entwickelst. Ich ziehe meinen imaginären Hut. 🙂 Das wollte ich dir mal gesagt haben. 🙂

    1. Hallo Nevi, das habe ich selber gar nicht so wahrgenommen, aber wenn du das so siehst, dann freut es mich natürlich. Vielen Dank für die Blumen. 🙂 Ich freue mich immer darüber, wenn jemand gerne liest was ich schreibe.

  11. Ich glaube dass unsere Fehler uns zu dem machen was wir sind und dass wir nicht durchs leben kommen würden ohne irgendwann mal was bereut zu haben. 🙂

    (Den zweiten Kommentar bitte wie immer nicht freischalten ok?^^)

  12. Das ich nicht da war, als meine Mutter im Krankenhaus starb. Das Krankenhaus hstte mich in der Nacht nicht angerufen, dass sich der Zustand von meiner Mama sehr verschlechterte. Trotzdem mache ich mir noch heute Vorwürfe, dass ich in
    diesem Moment nicht bei meiner Mama war. Das bereue ich sehr!!

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