Balance ist bunt

Ist das Morgennebel oder Feuerqualm? Ich bin im Rauch des Oktobers gefangen, während ich noch im Augustrot verbrenne. In deiner Gegenwart fühle ich mich wie flüssiger Honig und das schlechte Gewissen schreit durch purpurnen Nebel. Du erreichst Stellen in mir, die ich noch nie gesehen habe. Du zeigst mir das Grau in meiner schwarzweiß-Welt. Und es fühlt sich so bunt an. Du bist das Knirschen von Schnee unter meinen Füßen, die rückwärts in die eisige Vergangenheit taumeln, du sprichst durch jede Wabe, Süßwasserbrise, jeden Eiskristall zu mir. Du gibst mir einen neuen Geburtstag. Jetzt gib mir noch einen neuen Namen und ich gehöre dir. In einer Welt die nur mir gebührt und durch zittrige Halme, Kokoswasser und Ahornblätter zu dir spricht. Ich weiß ja gar nicht, wann ich mich in dich verliebt habe. Ich weiß nur, dass deine Stimme plötzlich die Welt war und die Schneeflocken auf meiner Wange sich irgendwann anders angefühlt haben. Und vielleicht auch schneller geschmolzen sind als sonst.
Ich muss die Vergangenheit sterben lassen, um Leben zu können. Balance ist kein Schwarz oder Weiß. Balance ist bunt. Sie ist süß, schrill und Kaffeebohnenbitter. Herrlich Grau.

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