Sekundenregen im Zeitzirkel einer Ewigkeit

Ich habe zu Tausenden ein Gestern erlebt und noch nie ein Morgen, obwohl ich ihn so oft am Himmel beobachte. Die Zeit, die kann man sehen. Der Horizont dahinten ist das, wo die Zeit sich überschlägt, wo die Sonne den Mond küsst und die Sterne abdanken.

Eine Gegenwart gibt es nicht. Mein Tag ist unterteilt in Momente, bei denen ich mir nie genau sicher bin, ob sie ein Gestern sind, oder heute entstanden sind. Und wenn ich ein Stück Morgen, ein Stück Zukunft, in mir trage, dann ist sie Angst, die wie Sekundenregen auf mich einprescht und das meist in Situationen, in denen die schönsten Momente geboren werden.
Wie viele Sekunden passen in eine Sekunde? Wie viel Angst in einen Moment? Wie viel gestern in den nächsten Morgen? Für wie viel Jetzt ist Platz in einem Tag?

Träume sind auch Momente, aber du kannst sie nicht berühren, weil sie am Horizont entstehen und das Präludium einer neuen Tagesmelodie sind. Ein Moment, der im Herzen geboren wird und nicht von anderen verdrängt wird, der ist die Mitte meiner Welt. Das ist der Zirkel der Zeit, kein sensibles Zupfinstrument an einer Kimmung. Der Moment ist rund wie die Ewigkeit – mein Gott, warum kann man ihn nicht auch endlos durchlaufen.

Ein Jetzt ist schon viel zu oft in mir gestorben, ohne vergangen zu sein.

6 comments

  1. Zuerst möchte ich mich bedanken ,fürs Folgen.
    Also : Danke!
    Zudem möchte ich bemerken,wie sehr mir Deine Gedanken und zu Worten gewordenen Gefühle gefallen.
    Gruß Sandsane

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