Sternschnuppenvögel – Tonight is for our ghosts

Es ist eine einsame und klare Nacht. Der Himmel ist so klar, ich glaube ihn berühren zu können, und wenn die Vögel anfangen zu singen, fühle ich mich noch einsamer, weil ich ihre Namen nicht kenne. Alle anderen Namen die ich kenne, möchte ich nicht in den Mund nehmen, weil sie mir die Freiheit geschenkt haben, obwohl ich kein Vogel bin.
Menschen sind merkwürdig. Sie sperren einen Vogel ein und schenken einem Mann ohne Flügel den Himmel. Beide Taten dürfen irgendwelche bedeutungslosen Namen verrichten, aber sowohl der Vogel, als auch der Mann, stirbt daran.
In solchen Nächten spüre ich so wenig, ich könnte mir einen Fingernagel herausreißen und es würde nicht meine Lebendigkeit beglaubwürdigen. Ich könnte mir noch einen zweiten herausreißen und meine Taubheit würde noch immer nicht weichen.
Sollte ich nicht frei sein wenn ich in den Himmel sehe? Er scheint nur mir zugehören, aber seine Klarheit ist kalt und die Sterne stieben wie Speere auf mich zu. Ich wünschte, sie würden jemals bei mir ankommen. Eine Sternschnuppe soll mich aufspießen, ein Wunsch soll mir das Herz durchbohren. Wünsche kommen immer von Herzen. Wenn ich durch einen Wunsch sterbe, dann besteht die Möglichkeit, vor meinem Ableben noch ein einziges mal sowas wie Hoffnung und Zuversicht zu empfinden.
Nachts spüre ich meinen Körper als das was er ist, eine Hülle, Nachts bin ich der Geist, der ich einmal sein werde.
Jeder, der meinen Namen spricht, hat mich sowieso nie gekannt. Wer mich kennt, sind die Geister der Nacht. Ihr Heulen ist das Gezwitscher der Unterwelt wenn die Sonne gleißend ihre Scheinwerfer auf die unruhigen Seelen richtet, bevor sie einem Sternschnuppenvogel von ihrem letzten Wunsch erzählen.
Morgen für Morgen.

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