Die Wahrheit

Ich glaube, ich sollte etwas aussprechen. Die Wahrheit.

Manchmal fühle ich mich wie die Überreste von mir die es gäbe, wenn alle Flüssigkeit aus mir gewichen wäre. Alles Schlechte komprimiert. Wie eine getrocknete Frucht. Wie klein die Wahrheit ist und wie viel Raum sie doch einnehmen kann. Das was mir am meisten im Kopf herumgeht, spreche ich überhaupt nicht aus, ich versuche es seit jeher mit Stille zu töten. Das klappt nicht, denn einer stummen Wahrheit wird ein besonderer Rang zuteil, an der sich deine Person misst. Sie regiert, aber das akzeptiert man, solange man davon sowieso nicht viel spürt. Je weniger ich mich damit beschäftige, desto surrealer wird sie auch. Eigentlich ist sie nicht mal mehr sowas wie eine Erinnerung. Sie ist wie ein Traum, den ich längst vergessen habe.

Aber dann gibt es da diese Momente, in denen man sich mit einer übelkeitserregenden Intensität an ihn erinnert. Es schießt einem so jäh in den Sinn, wie Wasser in die Lungen. Das Leben ist eine See und Nachts ertrinke ich in dem Meer der kleinsten Wahrheit.

Ich hasse mich.

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