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Is losing me even a loss?

Ich bin zu viel. Zu da. Trotzdem habe ich das Gefühl, nicht richtig existent zu sein. Unsichtbar fühle ich mich zwar nicht, aber ich fühle mich so wenig nach mir selbst, dass sogar eine Reizüberflutung nichts in mir weckt. Ich will immer so viel spüren, aber ich fühle nichts. Ich spüre das Leben, aber nicht den, der es lebt.

Ich lege mich mit dem Leben an, um lebendig zu sein, und äußere dadurch trotzdem nur den Wunsch danach, zu sterben. Wir beide, das Leben und ich, wissen, dass ich trotzdem bleibe, denn sonst würde ich mich ja mit dem Tod unterhalten, und so entsteht ein sehr zynischer Dialog zwischen mir und dem Leben. Das ist für Außenstehende oft verwirrend, denn in vielen Dingen steckt Leben. Zum Beispiel auch in meiner Schwiegermutter, die ich dann ohne mit der Wimper zu zucken beim Kochen scharf kritisiere. Wenn ich mir das genau überlege, dann ist das vermutlich mutiger und rebellischer als jede Mutprobe, die ich je in meiner Jugend machen musste. Und davon gab es so einige, denn besonders damals als Teenager, wo man ohnehin auf der Suche nach der eigenen Identität ist, habe ich Gefahren überall gesucht.

Dann gibt es Menschen, in denen so viel Leben steckt, dass ich sie anbrüllen will. Ihre pure Existenz provoziert mich, weil sie eben so offensichtlich leben, dass es mich fast tötet. Das sind die Menschen, die ich wohl am meisten vor den Kopf stoße. Ich glaube, dass ich mich in so viel Leben irgendwo finden könnte. Obwohl das genau das ist was ich immer wollte, beängstigt mich die Vorstellung plötzlich. Bevor ich mich finde und fühlen kann, müsste dieser laute, unsensible Mensch erstmal sterben, der über die Jahre in mir herangewachsen ist, und die Kraft dafür aus meinen ganzen Wünschen und Träumen geschöpft hat. Nur jene die wissen, wie tief Sehnsüchtige gehen und wie groß Träume sein können, wissen, wie unermesslich stark und lebendig diese tote Persönlichkeit jetzt ist, die seither in mir wütet.